- von Thomas Hirsch-Hüffel |
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Wenn Jakob gegen 8 Uhr abends in sein Hochbett kriecht, dann hat er wieder eine Geschichte vom kleinen Vamperl gehört. Der saugt die Galle aus den Menschen, und sie können sich plötzlich wieder freuen. So möchte Jakob den Tag beschließen, und dazu gehört noch etwas: Erst müssen die Socken dem Vater an den Kopf geworfen werden, beide. Der muß jedes Mal, also zweimal empört ‚Oh’ rufen und sich ducken. Dann legt Jakob sich lang hin, und das Licht muß gelöscht werden. Jetzt beten. Aber erst, wenn die Hände gefaltet sind. Gebetet wird immer das gleiche – seit 8 Jahren, nämlich: Kein Mensch kommt klar ohne solche Riten. Die Tasse Tee am Morgen, die zwischen Schlaf und Kampf das reine Dasein zelebriert, 20 Minuten vielleicht. Und schon geht es. Fehlt es, kommt fast der ganze Tag ins Rutschen. Jakob und viele Großen lieben Teetrinken und Beten oder Sinnen immer dann, wenn sie von einem Zustand in den anderen geraten. Also vorm Einschlafen, nach dem Aufwachen, vor der Reise, wenn der Tag vom Vormittag in den Nachmittag kippt, wenn die Kindheit endet oder das Leben.
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